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05.10.2007

Deutschland zum Selbermachen


Professor Sebastian Braun spricht vom "neuen Ehrenamt" beziehungsweise von der „Anwender-Demokratie”: Die neuen Ehrenamtlichen sind unbequemer, fragen nach dem Sinn und dem Nutzen, bevor sie ihre Aufgabe antreten. Ist die Frage geklärt, wird Gas gegeben.

Mit dem Untertitel „Ideen statt Rotstift” hat Professor Sebastian Braun, Direktor des Forschungszentrums für Bürgerschaftliches Engagement an der Universität Paderborn, 22 Beispiele in diesem neu erschienenen Buch evaluiert.

Auch das Projekt „Stadthaumeister” des Vereins „Ja - für Gera” wird in diesen Buch vorgestellt.

Inhaltsverzeichnis

Westercelle: Ein Stadtteil geht baden
Juristen, Betriebswirte, PR-Leute: Jeder brachte sein Wissen ein, um das Schwimmbad in einem Stadtteil von Celle zu retten. Jetzt ist es ein Zentrum des Gemeinschaftslebens.

Brieselang: Straßenbau in Eigenregie
Angesichts der desolaten Lage der Kommune bestand keine Chance, die Straßen im Ort zu asphaltieren. Bürger haben die Lösung, doch dazu müssen sie erst einmal in den Stadtrat einziehen. Sie stellen sich und ihr Programm zur Wahl.

Berlin: Grün macht Schule
Zehn Jahre lang schlug sich ein Lehrer mit der Bürokratie herum, um aus einem öden Schulhof einen schülergerechten Spielplatz zu machen. Jetzt wird die Pause zum Erlebnis.

Antidepressivum für Gera
Die Industriestadt Gera gehörte zu den Verlierern der Wiedervereinigung. Bis eine Bürgerinitiative die Tristesse aus der Stadt treibt und sie wieder lebendig macht.

Jülich-Barmen: Tante Emma ist zurück
Typisch Dorf: Ein Laden nach dem anderen machte dicht, schließlich auch die Sparkasse. Ein Verein reißt das Ruder herum – drei Jahre dauert die Vorbereitung. Jetzt steht die Infrastruktur wieder – besser als vorher.

Hersdorf: Weihwasser auf dem Bolzplatz
Welches 400-Seelendorf hat schon einen Fußballplatz nach DFB-Maßen? Unter den Händen der Bürger verwandelt sich die Dorfwiese in Hersdorf zum Anziehungspunkt für die Jugend

Mannheim: Studentenfutter für Schulkinder
Die Stadt hatte kein Geld mehr, um Heimkindern eine kontinuierliche Nachhilfe zu bezahlen. Eine Gruppe von Studenten entschließt sich einzuspringen. Jetzt macht ihr Beispiel Schule – das Modell breitet sich aus.

Wolfsratshausen: Neue Frisur für das Rathaus
Das Stadtjubiläum rückte heran, doch die Fassade bröckelte. Zwei Stadträte holen die Wolfratshauser auf die Straße und machen das Rathaus wieder zum Aushängeschild der Stadt.

Lemgo: Bei Anruf Licht
Weil das Geld fehlte, schalteten die Stadtväter des lippischen Lemgo ihren Bügern ab 22.30 Uhr die Straßenbeleuchtung ab – ein Risiko insbesondere für spät heimkehrende Kinder. Doch ein findiger Vater hat eine zündende Idee.

Die Kreuzritter von Karlstadt
Der Kreuzweg von Karlstadt in Bayern blickt auf 300 Jahre zurück. Er ist ein Kunstwerk im Wald – mit 12 Stationen und über 60 teils lebensgroßen Figuren aus Holz und Stein. Sein Verfall scheint nicht aufzuhalten – jedenfalls nicht von der öffentlichen Hand.

Bremen: Die neue Lust am Schmökern
Eine Bremer Stadtteilbibliothek geriet 1996 ins Visier des Kämmerers. Ein Verein rettet sie vor dem Rotstift und bietet Schülern seit bereits zehn Jahren ein Leserefugium.

Langenfeld: Der große Kehraus von Langenfeld
Ein Politiker gibt den Anstoß – und eine Stadt zieht mit: Im rheinischen Langenfeld werden Schulden nicht auf-, sondern abgebaut. Hierzu ist ein breiter Konsens nötig und das Anpacken der Bürger. Die kehren die Straße jetzt selbst.

Marburg: Tropenzauber gegen Finanzkater
Eine Gruppe von Gartenfreunden hilft dem botanischen Garten der Universität wieder auf die Beine. Sie zupfen nicht nur Unkraut, sondern veranstalten auch Konzerte unter Palmen.

Ensingen: Generationen von Wasserratten
Wenn darin schon die Großeltern das Schwimmen gelernt haben, kann auch ein Schwimmbecken identitätsstiftend für eine Gemeinde sein. Grund genug, es am Leben zu halten.

Bergisch Gladbach: Die Wochenend-Brigade
Junge Unternehmer bringen ihre Stärken ein: Organisationserfahrung, Maschinen, Fachwissen. Jetzt lernen und spielen behinderte Kinder in einem modernen Schulareal.

Leipzig: Der private Kanal

Schilda ließ grüßen: Leipziger Bürger sollten ihre veralteten Sickergruben aufwändig erneuern, um dann später teuer an die Kanalisation angeschlossen zu werden. Kurz entschlossen bauen Anwohner ihren Kanal selbst.

Braunschweig: Eine Zukunft für die Vergangenheit
„Sparen, aber nicht totsparen“, ist das Motto, das ein Geschichtslehrer der Stadt entgegenhält, als sie das Stadtmuseum schließen will. Er findet viele Verbündete.

Dübener Heide: Auf Safari von Sachsen nach Sachsen-Anhalt
Als die Braunkohlebagger das Naturparadies abräumen wollten, wehrten sich die Bürger. Jetzt betreut der Verein als einziger in Deutschland einen Naturpark von 77.000 Hektar.

Die Brückenbauer von Bibersfeld

Die Verwaltung ließ die Bürger im Stich: Fußgänger mussten sich mit dem Straßenverkehr eine Brücke teilen, ohne Gehweg. Eine Initiative der Bürger schafft Abhilfe.

Rostock: Seeleute auf Landgang
Die Schließung des Schifffahrtmuseums konnten die Bürger nicht verhindern. Aber sie lassen es in neuer Gestalt wieder auferstehen: Als Begegnungsstätte des maritimen Vereinslebens.

Engelskirchen: Die Retter der Leseratten
Zwei kommunale Bibliotheken standen vor der Schließung. Die örtlichen Buchhändler mit im Boot, verwaltet jetzt ein Bürgerverein das Kulturgut: Hauptsache, es wird mehr gelesen!

Marl: Rettungsschwimmer der ersten Stunde

Das Freibad in Marl wird seit 16 Jahren von einem Verein betrieben, der erste in Deutschland, der sich eine solche Aufgabe zutraut. Inzwischen gibt der Verein seine Erfahrungen an andere weiter.

Untersuchungsanlage „Deutschland zum Selbermachen“

Professor Sebastian Braun vom Forschungszentrum für Bürgerschaftliches Engagement an der Universität Poderborn zu Methodik, Einordnung und Rahmen der Evaluationsstudie.

Siehe auch: www.deutschland-zum-selbermachen.de





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