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12.05.2011 · OTZ online · Uwe Müller

„Gersche Meile” als Markenzeichen für Einkaufsstadt Gera


Jena. Mehr als 180 Teilnehmer drängten sich im Penta-Hotel zur Jahreshauptversammlung, um Ideen aufzunehmen, die Studenten der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Berufsakademie Gera und vom TÜV-Rheinland-Bildungswerk entwickelten, damit Gera als Einkaufsstadt an Attraktivität gewinnt.

Dass traditionelle Einkaufsstraßen nach der Wende verödeten, führt Stefan Klotz von der Friedrich-Schiller-Uni darauf zurück, dass Hausbesitzer nach der Wende unterschiedliche Interessen hatten, die Gebäude teilweise nicht mehr den Anforderungen des modernen Einzelhandels entsprachen. ?Der Bau der Gera-Arcaden war das Schlüsselereignis, dass sich die 1-A-Einkaufslage von der Sorge in die Heinrichstraße verschob?, so Klotz. Nicht nur, dass in den Arcaden viele Geschäfte unter einem Dach zu finden ist, Parken ist bequem und günstig und es ist ein psychologischer Nachteil, sich aus den Arcaden "bergauf" in Richtung Sorge zu bewegen, wo noch eine vierspurige Straße zu überqueren ist.

Im Zentrum fehlt es an Aufenthaltsorten, die Bedingungen für Rollstuhlfahrer und Mütter mit Kinderwagen sind schlecht und es gibt keine kostenlosen Toiletten, markiert André Wölk von der FSU Mängel. Weiterhin werden Defizite in den Sortimenten, insbesondere bei höherwertigen Waren, beklagt: Bei einer Befragung äußerten 44 Prozent, dass sie ein besseres Angebot bei Bekleidung wünschen, sieben Prozent bei Nahrungs- und Genussmitteln und 17 Prozent bei Elektronikartikeln; hier wird ausdrücklich ein Media- oder Saturnmarkt verlangt. Diese Kaufbedürfnisse werden auswärts befriedigt: 34,8 Prozent der Befragten fahren deshalb nach Leipzig, 25,5 Prozent nach Jena. ?Und es sind die Gutverdiener, die so mobil sind?, mahnte Wölk.

Ideen für den Zschochernplatz skizzierte Georg Thieme von der FSU Jena: Er stellt sich vor, dass die Mittelbebauung wiederhergestellt wird, wie sie bis in die 1930-er Jahre bestand; hier könnte ein futuristischer Glasbau errichtet werden. Ein Café könnte geschaffen werden, ein Stadtbalkon, von dem aus man in die Sorge hineinschaut. Der Leumnitzbach, bisher verrohrt sollte, freigelegt werden bis hinein auf die Sorge. Und der Zschochern braucht Anziehungspunkte für junge Leute, etwa einen ?Subway?.

Die „Gersche Meile„ solle ein Markenzeichen für die Otto-Dix-Stadt sein, wirbt Prof. Dr. Siegfried Kroll von der Berufsakademie für einen Brückenschlag aus der Altstadt nach Untermhaus. So könnte eine Otto-Dix-Skulptur aufgestellt und die ?Gersche Fettgusche? gewählt werden.

Ideen, den Steinweg aufzuwerten, haben die Auszubildenden des TÜV-Bildungswerkes bereits mit der Schaufenstergestaltung umgesetzt. ”Ja - für Gera” will aus der ?Mangelwirtschaft? (das Lokal heißt so, weil es dort eine Wäschemangel zu bewundern gibt) in ein Dix-Café umgestalten. Einzelhändler und Handwerker wurden gewonnen, sich an den Initiativen für die 1-A-Einkaufsstadt zu beteiligen.





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