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21.08.2014 · OTZ online · Christine Schimmel

Nicht einfach nur ein Loch stopfen in Geras Mitte


Der KuK-Vorplatz findet seit Jahren keine richtige Nutzung. Groß und leer steht er zwischen KuK, Stadtmuseum/Elster Forum und Gera Arcaden. Das IBA-Projekt "Geras starke Mitte" will eine Entwicklung vorbereiten.Foto: Christine Schimmel

 

Gera. Niemand weiß so recht etwas mit ihm anzufangen. Der große, weite Platz vor dem Kultur- und Kongresszentrum (KuK) steht einfach nur da, wird partiell mal von der einen, dann von der anderen Veranstaltung genutzt. Die meiste Zeit jedoch ist er nur eine traurige leere Wiese. Dass die Fläche deutlich mehr Potenzial hat, davon ist Volker Tauchert vom Verein "Ja - für Gera" überzeugt. Aus diesem Grund bewarb er sich mit dem Projekt "Gerasstarke Mitte" bei der Internationalen Bauausstellung Thüringen (IBA) und damit um finanzielle Förderung des Vorhabens.

 

"Es ist für jeden ersichtlich, dass wir an diesem Standort ein Riesenmanko haben. Diese Mitte stark zu machen ist eine Aufgabenstellung, denn der Ist-Zustand ist seit Jahren das genaue Gegenteil", sagt der Vereinsvorsitzende. Gera sei eine der wenigen Städte, die er kenne, der ein starkes Zentrum fehle. Seiner Meinung nach bräuchte die Stadt jedoch eine klare Zielvorgabe, mit denen sie diese Fläche potenziellen Investoren anbieten könne. "Um Ideen- und Geldgebern überhaupt sagen zu können, was man auf dem Areal tun könne und was nicht, müsse der erste Schritt sein, den öffentlichen Raum, um den es gehe, genau zu bestimmen.

 

So eine Mitte habe schließlich etlichen Anforderungen gerecht zu werden. "Wir müssen uns zuallererst klar werden, was dieser Platz alles können soll", sagt Tauchert. Wie groß soll er in Zukunft sein? Wo soll eine Bebauung beginnen? Sollen sich Wohn- und Gewerbebebauung abwechseln? Soll die Fläche weiter Platz für Großveranstaltungen bieten? Welche Rolle sollen hier demnächst Vereine, Handel, Gastronomie spielen? Wie grün soll der Platz sein? Wie gestaltet man den Übergang zu den durch die Breitscheidstraße abgetrennten Gera Arcaden? Fragen über Fragen, die bei einer nachhaltigen und zeitgemäßen Planung berücksichtigt werden müssten.

 

"Es geht ja nicht darum, einfach ein großes Loch zu stopfen, sondern durch die Schaffung einer neuen Mitte die gesamte Innenstadt zu stabilisieren", ist Volker Tauchert überzeugt. Wichtig sei ihm, bei allen Überlegungen nach dem Credo "Schützen und Entwickeln" vorzugehen. Denn es könne nicht so laufen, dass auf der einen Seite zwar etwas Neues entsteht, auf der anderen aber etwas Bestehendes kaputt gehe. Ein zusätzlicher Einkaufstempel auf dem Areal könne beispielsweise für die historische Innenstadt den endgültigen Tod bedeuten.

 

Mit der IBA-Bewerbung betont Tauchert auch den wichtigen Fakt, dass Kommune, Wirtschaft und Bürger in dieser Angelegenheit an einem Strang ziehen müssen. Alle hätten eine große gemeinsame Verantwortung für ihre Stadt, die in Zukunft im Wettbewerb mit anderen Städten bestehen müsse. Das Festhalten an dem für ganz Gera wichtigen Projekt "Geras starke Mitte" sei deshalb auch nicht an den Erfolg der IBA-Bewerbung geknüpft, betont er. Im besten Fall stünde auch ohne IBA-Förderung am Ende des auf drei Jahre gedachten Projektes ein vom Stadtrat bestätigtes Konzept, das die Basis für die Schaffung verbindlichen Planungsrechts bildet. "Wir hoffen auf einen städtebaulichen Rahmen für einen interessanten und lebendigen öffentlichen Raum mit hoher Aufenthaltsqualität." Das Ziel sei allerdings nur durch einen umfassenden Dialog mit allen Interessengruppen zu erreichen.

 

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