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14.05.2016 · Neues Gera · Wolfgang Hesse

Attraktive Innenstadt hilf Einzelhandel

Deutschlandweites Studienprojekt untersucht Auswirkungen des Online-Handels


von links: Almut Weinert und Rosemarie Züge sprechen mit Prof. Frank Schwartze (Hochschule Lübeck) und Dr. Tanja Korzer (Bran- denburgische Technische Universität Cottbus - Sen enberg) über die derzeitige Situation des Einzelhandels am Beispiel Geras. 

 

Das Einkaufen im Internet wird immer komfortabler. Mobile Endgeräte, Smartphones und Tablet-PC‘s erlauben das Shopping (Smart Retail) von fast überall. Wohin geht diese Entwicklung? Wird es bald keine Einzelhändler mehr geben und vereinsamen dadurch unsere Stadtzentren? Dieser und ähnlicher Fragen stellt sich das Wissensnetzwerk Stadt und Handel. Studierende von acht kooperierenden Hochschulen versuchen Zukun sszenarien zu entwickeln, um dieser Entwicklung etwas entgegen zu setzen. Am 29. und 30. April fand dazu die Aufaktveranstaltung in Gera statt. Mehr als 130 Studierende der Studiengänge Architektur, Städtebau, Stadtplanung, Raumplanung und Betriebswirtschafslehre sind dem Projektaufruf nach Gera gefolgt. An acht Hochschulen (TU Berlin, Hochschule für Bildende Künste Dresden, BTU Cottbus-Senftenberg, TU Dresden, HTW Dresden, TU Kaiserslautern, Universität Leipzig und der Hoch- schule Lübeck) wird im Sommersemester (April bis Juli 2016) in unterschiedlichen Studienprojekten dem Phänomen des Smart Retail auf den Grund gegangen.

 

„Wie sehen die Innenstädte in Zukunft aus? Werden bestimmte Gebäude, wie ehemalige Kaufäuser neu genutzt? Sehen unsere Fußgängerzonen anders aus? Welche Entwicklungen gibt es schon und was bedeutet das für die Zukunft?“, beschreibt Prof. Dr. Silke Weidner, Lehrstuhlleiterin Stadtmanagement an der Brandenburgischen Technische Universität Cottbus - Senftenberg (btu) die Fragestellungen des Projektes.

 

„Wir als Betriebswirtscha sstudierende werden, ausgehend von den verschiedenen Formaten und Geschäftsformen des Einzelhandels untersuchen, wie kann sich ein spezielles Geschäft, wie z.B. ein Warenhaus oder ein Facheinzelhändler der Herausforderung Smart Retail stellen.“, ergänzt Dr. Tanja Korzer, Wissenscha liche Mitarbeiterin am Institut für Stadtentwicklung und Bauwirtscha an der Universität Leipzig. „Wir könnte ein Fachhändler den Onlinehandel nutzen? Wir suchen Lösungsansätze, wie ein Geschäftsmodell der Zukunft aussehen kann.“

 

Alle Teilnehmer arbeiten an konkreten Beispielen, das reicht von Metropolen im europäischen Ausland bis hin zur sächsischen Kleinstadt. Die Leipziger und Cottbusser Studenten werden in ihren Semesterarbeiten das ema für die Stadt Gera bis ins Detail bearbeiten. Während der Workshops werden dazu Sorge, Marktplatz und das Gebiet rund um das Kultur- und Kongresszentrum näher betrachtet.

 

„Wir schauen als Cottbusser natürlich auf Gera, da die Städte ziemlich viele Parallelitäten haben. Beide waren Bezirksstädte, hatten Druck- und Textilindustrie und es gibt viele Brüche im Städtebau. Die Ergebnisse aus Gera werden wir für Cottbus reflektieren.“, erklärt Silke Weidner. Ende November werden die besten Arbeiten vor allen Teilnehmern präsentiert und ausgewertet.

 

„Für unsere Stadt können wir von dem Projekt gleich doppelt profitieren.“, freut sich Volker Tauchert von Ja - für Gera. „Zum einen können wir Gera vor einem wissenschaftlichen Gremium bekannt machen und dann prfitieren wir als Stadt zudem von den Ergebnissen.“ Ja - für Gera unterhält eine langjährige Kooperation mit überregionalen Universitäten, Hochschulen, Einrichtungen sowie Institutionen und den entsprechenden Netzwerken.

 

In Zusammenarbeit mit dem Wissensnetzwerk bietet der Verein in enger Partnerscha mit der Stadtverwaltung Gera für die Aftaktveranstaltung in Gera die logistischen Vorrausetzungen. Claudia Baumgartner, Dezernentin für Bau und Umwelt der Stadt Gera, lobt ausdrücklich die Partnerschaft mit Ja - für Gera und die überaus erfolgreiche Ausstellung „KUK an“. 3.500 Besucher an 28 Tagen bestätigen das große Interesse der Geraer Bürger an der neuen Mitte Geras und der zukünftigen Stadtentwicklung.

 

Konkrete Situationen des Handels in Gera ergänzen die wissenschftlichen Vorträge des ersten Veranstaltungstages. Almut Weinert, Leiterin des Geschä sbereichs Standortpolitik der IHK Gera und Rosemarie Züge, Inhaberin Brendels Buchhandlung sind zur Podiumsdiskussion eingeladen. „Die Form des ‚Tante Emma Ladens‘ wird derzeit neu dfiniert.“, ist sich Almut Weinert sicher. „Der Käufer kommt mit konkreten Vorstellungen ins Geschäft und erwartet eine kompetente Beratung in einer Wohlfühlatmosphäre.“ Das kann Rosemarie Züge bestätigen: „Der Kunde fühlt sich gut aufgehoben. Er schätzt den persönlichen Kontakt. Das ist eine wichtige Basis für die Zukun .“ 





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